Samstag, 14. Mai 2011

Geruchsempfindlichkeit - Hyperosmie

.... lange habe ich nichts mehr geschrieben!

Doch heute werde ich über meine sehr unangenehme und nervige Geruchsempfind-
lichkeit erzählen.

Ich habe eine Nase wie ein Spürhund! Ich empfinde alle Gerüche um ein vieles mehr als die meisten anderen Menschen.

Wenn ich bei der Kosmetik, bei der Physiotherapie oder ähnlichen Einrichtungen bin, muß ich mir zum Teil mein eigenes Handtuch oder Laken mitnehmen, weil ich den Waschmittelgeruch der Auflagen auf den Liegen nicht ertrage. Beim Yoga-Unterricht nehme ich meine eigene Decke mit, aus dem selben Grund.

Überhaupt ist der Geruch nach Waschmittel, oder vielleicht sind es auch die Weich-spüler, für meine Nase am unangenehmsten. Wie konnte es soweit kommen, dass so viele Menschen ihr Waschmittel nach dem Anteil der Parfümstoffe kaufen? Sparen diese Menschen dadurch das Geld für den Kauf eines guten Parfums?

Ich selbst jage seit vielen Jahren immer wieder einem Waschmittel ohne Parfüm-stoffe hinterher! Früher konnte ich Persil, dann Persil sensitiv kaufen. Beide Wasch-mittel gab es jeweils nach einigen Jahren auch nur noch mit Duft. Inzwischen ver-wende ich Dalli med. Das riecht nach nichts. Wie lange noch?!

Wenn mir jetzt jemand den Rat geben möchte, ich solle Waschmittel im Naturkost-laden kaufen - ja, das habe ich bereits probiert. Diese Waschmittel riechen ober-flächlich nach nichts und doch nicht. Wenn die Wäsche trocken ist, riecht sie, als wäre sie wochenlang im Keller gelegen - für mich eben! Also auch nichts.

Wenn mein Mann alleine unterwegs war, kann ich an seinen Kleidern und Händen riechen wo er war bzw. wen von unseren Bekannten er begrüßt hat. Zum Teil sind
die Gerüche (Kneipe, Essen, Parfüm, Aftershave, Nikotin) für mich so extrem unan-genehm, dass ich davon Kopfschmerzen, Übelkeit, Brechreiz bekomme.

Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind nicht mehr möglich. Flugreisen nur noch, wenn ich einen Fensterplatz habe und mein Mann neben mir sitzt.

In unserem Großraumbüro mußte ich schon zwei Kolleginnen bitten, weniger oder gar kein Parfum aufzutragen. Sie hatten beide sehr schwere Parfums so großzügig auf-getragen, dass das ganze Büro danach roch. Beide haben Verständnis für mein Problem und vermeiden liebenswürdigerweise seitdem die heftigen Gerüche.

Ich habe mich über dieses Thema ein wenig schlau gemacht bei Dr. Weiss, (siehe Link). Diese Überempfindlichkeit gegen Gerüche ist tatsächlich eine Krankheit und sie hat auch einen Namen:

Hyperosmie, eine überhöhte Sensibilität gegenüber Gerüchen!

Nun, da "das Kind einen Namen hat" bin ich deswegen nicht weniger genervt, möchte aber noch eines dazu sagen:

Durch diese Übersensibilität rieche ich natürlich auch die Gerüche verstärkt, die mir sehr angenehm sind, wie Lavendel, Zitrusfrüchte, frisch geschnittenes Gras, die meisten Blumen, Babies und vieles mehr.

Und nicht zu vergessen! Man schmeckt auch besser!!!

Die Düfte in meiner Küche, meine Lieblingsgerichte, Knoblauch, Ziegenkäse und dazu guter Rotwein.
Alles Ess- und Trinkbare führt, nachdem es meine Nase überzeugt hat, zu einer Geschmacksexplosion in meinem Mund.

Dies läßt mir die vielen Nachteile meiner "Schnüffelnase" oftmals für einige Zeit vergessen.

Bis demnächst
Gabriele

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